Pressemeldung Passauer Neue Presse: Am Steinkart in Bad Griesbach herrscht wohl wieder Frieden
- vor 5 Tagen
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Die Lage „Am Steinkart“ hat sich laut Bürgermeister Jürgen Fundke wieder beruhigt. Inzwischen sind schon einige Wohnungen bewohnt.
Die umstrittene Wohnanlage aus vier Häusern „Am Steinkart“ in Bad Griesbach steht, in den ersten der 44 Wohnungen ist bereits Leben eingekehrt. Nun muss allerdings das Rohr des Abwasserkanals, der an der Wohnanlage vorbeiführt, erneuert werden. Das alte Rohr hat sein Fassungsvermögen erreicht. Bürgermeister Jürgen Fundke nutzt die Gelegenheit zu sagen: „Da draußen hat sich die Lage beruhigt.“ Später, am Ende des Tagesordnungspunkts, sagt er sogar: „Die Welt dort ist wieder in Ordnung.“
Das verwundert fast zu hören. Denn der Widerstand gegen das Bauprojekt der Bayernareal Wohnbau GmbH & Co. KG aus Moosinning ist enorm gewesen: Noch nie hatte ein geplantes Bauvorhaben derart großen Widerspruch von Anwohnern hervorgerufen.
Anwohner liefen Sturm gegen das Bauobjekt
72 Seiten Einwände dagegen lagen vor, eingereicht von 14 Bürgerinnen und Bürgern (PNP berichtete). Kurzzeitig überlegen die betroffenen Anwohner und Anwohnerinnen sogar, eine Normenkontrollklage anzustreben, was sie aber wieder fallenlassen. „Okay, am Anfang war a bisserle Missstimmung“, fasst der Bürgermeister die Vorgeschichte auf der Bauausschusssitzung am Donnerstag zusammen. „Es ist halt immer so: Wenn wo Baurecht drauf ist, gibt es immer Anwohner oder Bewohner, die sich am Anfang aufregen. Das hat sich aber mittlerweile beruhigt und eingedämmt.“
Und jetzt stehen sie, die vier Häuser, drei Stockwerke hoch. Nur die Außenanlagen müssen noch hergerichtet werden. Die neuen Bewohner blicken – gute Sicht voraus gesetzt – auf die Alpen. Es ist still geworden, die Wogen der Wut scheinen sich geglättet zu haben. Bürgermeister Jürgen Fundke lobt auf der Sitzung sogar ausdrücklich das Durchhaltevermögen der Anwohner und Anwohnerinnen: „Eine solche Großbaustelle zwei Jahre lang vor der Tür zu haben, ist sicher nicht angenehm.“ Lob verteilt er auch an die Baufirma, sie sei sehr zuverlässig gewesen. Mehr noch: „Ich habe selten eine so gute Baufirma gesehen wie da draußen am Steinkart. Die hat sehr zügig, sehr schnell, zuverlässig und sehr sauber gebaut!“
Abwasserkanal muss ertüchtigt werden
Umso wichtiger sei es nun, dass die Stadt Bad Griesbach die Ertüchtigung des Abwasserkanals „zügig durchzieht“ – „ich hoffe, dass die Angebote schnell reinkommen, damit wir gleich loslegen können“, fügt Fundke noch hinzu. Das städtische Amt für Planen und Bauen schätzt die Kosten für Maßnahme – das Verlegen des größeren Abwasserrohrs und Materialkosten inklusive – auf rund 80 000 Euro. Nach einer beschränkten Ausschreibung soll den Auftrag der wirtschaftlichste Bieter bekommen. Nach Prüfung der Angebote hat der Bauausschuss den Bürgermeister einstimmig ermächtigt, das wirtschaftlichste Angebot aus der Ausschreibung zu beauftragen.
Stadtrat Werner Münichsdorfner bemerkt, dass der Gehweg vor allem an der Hauptstraße durch die Baufahrzeuge arg in Mitleidenschaft gezogen worden sei. „Es gab bereits einen Ortstermin mit der Baufirma“, erklärt Bauamtschef Filipp. Die Baufirma präferiere wohl eine Kostenteilung, „das ist aber noch nicht final, da werden wir noch gewisse Gespräche führen, was man sich gegenseitig vorstellen kann.“ Ein Teilstück der Straße müsse auch neu asphaltiert werden, durch die Baufahrzeuge seien Straßenteile abgebrochen. Weil auch das Bayernwerk neue Stromkabel verlegen will, könnte es Sinn machen, diese Bauvorhaben zu koppeln.
Inzwischen wieder ein gutes Miteinander
Kostenteilung schmeckt dem Bürgermeister Fundke nicht wirklich. „Wer etwas kaputt macht, soll es auch wieder herrichten, für mich zählt da das Verursacherprinzip. Aber – wir werden uns schon irgendwie treffen.“
Stadtrat Eduard Willeitner möchte noch einmal auf das gute Miteinander, das sich wohl „Am Steinkart“ inzwischen eingestellt habe, zurückkommen. „Die Wohnanlage hat mittlerweile was Positives. Die Ferienpension freut sich über neue Gäste. Besucher der neuen Wohnanlage übernachten jetzt bei der Pension. Das Nachbarverhältnis hat sich ganz gut eingespielt.“
Fundke meint sinngemäß: Es gehe halt nicht an, zu denken: So, ich hab mein Haus gebaut, nach mir die Sintflut. Auf dem Grundstück war eben Baurecht. Und das wurde realisiert.



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